CD-Vorstellung [1] - Frank Ocean "Channel Orange"


Hallo Welt,

wie versprochen stelle ich heute zum ersten Mal eine CD vor. Es handelt sich hierbei um „Channel Orange“ von Frank Ocean. 

Lange Zeit dachte ich, dass R‘n‘B tot sei. Nicht nur dass den meisten bekannteren Künstlern nichts Neues mehr einfiel, sie wurden immer schlechter. Dabei spreche ich von Nicki Minaj oder Chris Brown. Lyrics wie „Don‘t wake me up, up, up, up, up, up...“ sind für unsere feierverrückte, unkritische Jugend ansprechend, jedoch fanden sich die etwas erwachseneren Hörer damit ab, dass es wohl nie wieder Gutes aus diesem Genre zu hören gibt. Zu dieser Klientel zählte ich mich auch.

Doch dann überraschte mich Frank Ocean, Mitglied der Gruppe Odd Future, mit seinem ersten Album „Channel Orange“. Sein vorher auf der Homepage Odd Futures erschienenes Mixtape „Nostalgia Ultra“, das über bekannte Lieder wie „Lost“ von Coldplay eigene Texte legt, war für mich schon ein schwer zu übertreffendes Musikstück. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen. 

Der Prozess des Musikhörens ist bei mir in zwei Abschnitte unterteilt. Zuerst höre ich mir das Album im Internet an und, wenn es sich lohnt, dann kaufe ich mir das Album als CD. 

Bei Frank Ocean kann ich von Glück sagen, dass ich mich von dem Namen leiten ließ. Zuerst empfand ich das Album als nicht so eingängig wie „Nostalgia Ultra“. Aber nachdem ich es mir dann recht preisgünstig gekauft hatte, hörte ich während des Autofahrens mehrfach rein. Es war ein Glücksgriff. Wochenlang hörte ich so dieses geniale Stück rauf und runter. Beifahrer, vor allem meine werte Freundin, regten sich spätestens bei längeren Autofahrten darüber auf, dass ich ein Album mehrfach am Stück durchhören könnte, ohne auf einzelne Titel verzichten zu wollen. Gleichwohl empfanden fast alle gleich - ein wundervolles Erstlingsalbum.

Es fällt mir sehr schwer, in diesem Kunstwerk Highlights auszumachen. Frank Oceans Texte gehen über die üblichen hinaus. Er wagt sich an Themen wie Religion oder wahre, erste Liebe heran. Kleopatras Leben wird in einem knapp zehnminütigen Track gewürdigt. „Pyramids“ ist dabei in zwei Abschnitte getrennt, die erst vom Hörer mündig zusammengesetzt einen Sinn ergeben. „Super Rich Kids“ erörtert das Leben ebendieser und wird nicht selten kritisch. Kaum zu glauben, dass ein Künstler, der kommerziellen Erfolg erzielt, obgleich er nicht so in die Charts einschlägt wie Chris Brown auf/oder Rihanna, so gute Texte schreibt.
Abgesehen von der lyrischen Komponente ist Frank Ocean mit einer Stimme gesegnet, über die wohl selbst Orpheus staunte. Liveauftritte wie bei Jimmy Kimmel oder diversen Awardshows sind eine Wonne. Hört man sich „Thinking about you“ live an, festigt sich der Eindruck, dass einige Stimmen Berge versetzen können. Seine Kopfstimme ist ergreifend und regt über ihre Emotionalität an, über das eigene Leben zu reflektieren.

Jedem sei dieses Album ans Herz gelegt. Ich gebe zu, dass ich mit meiner ersten CD-Empfehlung direkt mein Lieblingsalbum des letzten Jahres „verpulvere“. Aber es musste sein. So ein geniales Werk - da wird man ganz euphorisch!

Viel Spaß beim Hören und liebste Grüße 
amaXing

Weitere Informationen: Def Jam / Universal VÖ: 20.07.2012

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